Thomas Koch (Quelle: onetoone.de)Heute muss ich euch einen wirklich sehr lesenswerten Artikel zur Berechnung des Werbeerfolgs bei Online-Werbung von Thomas Koch vorstellen, der einen durchaus zum Nachdenken bringt (hoffentlich!!!).

Als während meines BWL-Studiums an der Uni vor einigen Jahren das Thema Online-Marketing behandelt wurde, hieß es immer, “man könne ja die Kosten und den Nutzen perfekt messen”. Damit war gemeint, dass man bei Online-Werbung den Nutzen im Sinne der Klicks zählen und diese den Kosten gegenüberstellen kann, was man dagegen bei TV und Print nicht tun kann, da man nicht genau weiß, wie viele Menschen die Werbung gesehen haben etc.

Dass diese Rechnung schon lange nicht mehr aufgeht, weiß man bereits durch unterschiedliche Studien. Diese zeigen, dass Bannerwerbung auch wirkt, ohne dass ein Nutzer diese anklicken muss (also ohne direkt messbaren Erfolg).

Bald keine menschlichen Mediaplaner mehr?
Thomas Koch glaubt daher, dass es bei einer zunehmenden Perfektion der Planungssoftware für Online-Werbung bald keine Menschen mehr benötigt werden, da die Computer die Arbeit von alleine machen (überspitzt ausgedrückt).

Kreativität statt Rabatte!
Den Kampf der Agenturen sieht er ebenfalls kritisch, da durch den Konkurrenzkampf mehr Rabatte gefördert werden anstatt kreativere Konzepte (die letztendlich deutliche höhere Aufmerksamkeit auf sich ziehen und dadurch wirksamer sind).

Seine Lösung lautet: Differenzierung, Individualität, Qualität und Nachdenken.

Denn: Wer sich die wirklich erfolgreichen Werbe-Kampagnen im Internet anschaut, wird feststellen, das diese sich vor allem durch das “out of the box”-Denken auszeichnen! Wer auf standardisierte klassische Kampagnen setzt, wird mit ebensolchen Klickraten rechnen müssen.

Neben der Kreativität ist laut Thomas Koch auch die Segmentierung derzeit nicht wirklich ausgenutzt, hier besteht noch großer Nachholbedarf. Damit meint er vor allem, dass man seine Zielgruppe besser verstehen muss, um sie auch gezielter anzusprechen (und nicht, um das richtige Medium oder die richtige Webseite auszuwählen).

Meine Meinung
Sicherlich ist durch die Standardisierung im Netz vieles an Kreativität verloren gegangen, doch man sieht immer mal wieder neue Werbeformate und -banner, die doch sehr kreativ sind. Leider sind das natürlich die Ausnahmen, aber wie würde es denn aussehen, wenn ALLE plötzlich auf extrem kreative und andersartige Werbung im Internet setzen würden? Da würde doch ein User vor lauter Ablenkung gar nicht mehr zu recht kommen und frustriert den Rechner abschalten.

Was ich damit sagen will: Kreative Werbung sieht man nur dann, wenn es viele unkreative Werbung gibt!

Trotzdem: Ich wünsche mir auch mehr Kreativität bei Werbung im Internet, vielleicht wäre ja ein multisensorischer Ansatz mal etwas, über das einige nachdenken sollten wie es E-Plus schon ansatzweise getan hat?

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2 Kommentare bis “Kritik am berechenbaren Werbeerfolg”

  1. Mehr Kreativität wäre ganz sicher wünschenswert. Ich denke allerdings, dass es stark von den Produkten/Diensten, für die Aufmerksamkeit geschaffen werden soll, abhängt, wie sehr sich kreative Ansätze auszahlen.

    Klar auf den Punkt Vorteile/Stärken herauszustellen, halte ich gerade bei Online-Werbung für einen guten Ansatz.

    Bei Online-Werbung lässt sich zwar vieles messen, aber was am Ende wie viel zum Erfolg beiträgt, lässt sich nicht viel besser als bei anderen Arten von Werbung sagen.

    • JMG sagt:

      Es stimmt schon, man kann nicht jedes Produkt mit einem viralen Video oder lustiger Bannerwerbung im Internet vermarkten, aber insgesamt könnte es viel mehr Abwechslung bei Internetwerbung geben.

      Denn gerade die Abwechslung sorgt ja auch für die gewünschte Aufmerksamkeit!

      Aber wir wissen ja, dass die Wirkung von Werbung leider niemals 100%ig messbar sein wird, so sehr wir uns auch anstrengen werden…

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