Fake Likes – die Umsatz-Lüge von Facebook

veröffentlicht am 19. Februar 2014, in Web 2.0 Werbung, von JMG

Der Anstieg der Facebook-Aktie in den Monaten nach dem verkorksten Börsengang ist an sich schon sehr beeindruckend, aber zugleich auch unheimlich. Betrachtet man den Werdegang der Google- oder Apple-Aktie, ist das aber nicht so unrealistisch.

Die Frage, die bei Facebook immer gestellt werden muss, ist, ob dort bei der Schaltung von Werbung alles mit rechten Dingen zugeht. Berichte über gekaufte Likes kennt jeder – egal ob Anhänger der CDU oder von irgendwelchen Prominenten.

Videoblogger Derek Muller ist der Sache mal auf den Grund gegangen und hat für einen digitalen Versandhandel von Donuts (die Idee könnte auch vom Postillion sein) eine Facebook-Seite erstellt und diese entsprechend innerhalb von Facebook beworben.

Was dann passiert, ist extrem interessant… schaut es euch an, auch wenn das Video 9 Minuten lang ist:

Nun muss man dazu sagen, dass es bei Facebook sehr schöne Targeting-Optionen gibt, so dass man keinerlei (Fake) Likes aus Ländern erhält, die einen nicht interessieren (oder aus Städten, Altersgruppen, etc.).

Und wir reden hier nicht von Seitenbetreiber, die ihre eigene Seite mit gekauften Likes aufwerten wollen (siehe CDU etc.), sondern von Anzeigen, die bei Facebook geschaltet werden, um echte Nutzer als Fans für eine Fanpage zu gewinnen.

Daher ist das Ganze sehr bedenklich und lässt viele Fragen offen:

  • Verhindert Facebook wirklich, dass gegen Bezahlung Fake Likes erstellt werden?
  • Wie verhindert Facebok das?
  • Erhalten Seitenbetreiber eine Entschädigung für Fake Likes?
  • Kann man die Fake Likes wieder entfernen (lassen)?

Eigentlich müsste man sich mal den Aktien-Bericht von Facebook genauer anschauen und dabei die Länder unter die Lupe nehmen, die hier im Verdacht stehen. Theoretisch müsste dort ja der interne Umsatz von Facebook mit solchen Anzeigen im Verhältnis zur Anzahl der Nutzer deutlich höher liegen als in anderen Ländern (der eigentliche Umsatz erfolgt z.B. in Deutschland oder Europa). Vermutlich wird es aber solche Zahlen nicht in dem Report geben…

Was denkt ihr zum Thema gekaufte Likes bei Facebook?

ps.: Während ich mir das Video anschaute, sehe ich direkt daneben Werbung von Facebook 🙂

Wie Facebook mittels Fake Likes seinen Umsatz steigert

via Wiwo

In der schönen E-Book-Sammlung von Peer Wandinger fand ich u.a. diese Studie der Deutschen Post (hier der direkte Download-Link). Die Untersuchung widmet sich dabei der Frage, wie es Verlagen gelingen kann, die Gratiskultur im Online-Bereich zugunsten von funktionierenden Bezahlinhalten umzugestalten.

Da sich meine Diplomarbeit auch um die Frage der Vermarktung von redaktionellen Inhalten dreht, finde ich diese Studie sehr interessant. Dass sie von der Deutschen Post durchgeführt wurde, verwunderte mich zwar ein wenig, aber nun gut…

Kernthesen der Studie:

  • Die Verbreitung des Internets verändert den Nachrichtenkonsum
  • Die Verlage verlieren gedruckte Auflage und Werbeeinnahmen
  • Onlinepräsenzen erreichen zwar Reichweite, sind aber bisher nicht kostendeckend
  • Undifferenzierte Monetarisierung ist gescheitert – Leser zahlen nur für einzigartige Inhalte
  • Ein differenziertes Vorgehen ist erfolgversprechend*
  • Bisher wurde noch keine Wunderwaffe gegen die Umsatzrückgänge der Verlage gefunden, doch die Suche geht weiter.

*Ein differenziertes Vorgehen ist erfolgversprechend:

Hier soll ein Mehrstufiger Lösungsansatz angewendet werden:

  • Differenzierung und Identifikation einzigartiger Inhalte des Portals/Titels
  • Identifikation der loyalsten Leser von einzigartigen Inhalten
  • Konversion der loyalsten Leser der einzigartigen Inhalte zu zahlenden Kunden
  • Kontinuierliche Optimierung der Zielgruppenansprache sowie Anpassung der Bezahlmodelle

Insgesamt sind das sicherlich nicht die aller neusten Erkenntisse zum Thema Paid Content als Alternative zu Werbung. Doch es verschafft dem einen oder anderen wieder das Bewusstsein, dass es auch andere Erlösquellen außer Werbung gibt und dass man darüber mal nachdenken sollte. Paid Content macht sicherlich nicht für jedes Webportal Sinn, aber bei einigen Webseiten könnte durchaus eine Umsatzsteigerung durch die Vermarktung redaktioneller Inhalte mit einer guten Mischung aus Paid Content und Werbung möglich sein.