Wie wirkungsvoll ist Werbung auf Facebook tatsächlich?

veröffentlicht am 21. Mai 2012, in Web 2.0 Werbung, von JMG

Wie wirkungsvoll ist Werbung auf Facebook tatsächlich?
Spätestens seit letztem Jahr ist der Hype um Facebook so groß, dass nahezu jedes Unternehmen eine eigene Seite dort eingerichtet hat und versucht, den Trend zu nutzen und neue Kunden zu gewinnen. Aber auch der Börsengang von Facebook hat extreme Wellen geschlagen. Denn von nun an wird Facebook sich einzig und allein an den Umsatz- und Gewinnzahlen messen lassen müssen – ein großes Netzwerk von über 900 Mio. Nutzern alleine reicht ab sofort nicht mehr!

Wie wirkt Werbung bei Facebook?
Das Geschäftsmodell von Facebook beinhaltet verschiedene Werbeformen (nach eigenen Angaben von Facebook machen diese 85 Prozent des Umsatzes aus), aber die wichtigsten Fragen für Werbetreibende lauten nach wie vor „Wie wirkt Werbung auf Facebook tatsächlich?“ und „Wie effizient ist Werbung auf Facebook?“.

GM stoppt Werbung auf Facebook
Kurz vor dem holprigen Börsenstart von Facebook zog dann auch noch General Motors seine komplette Werbekampagne bei Facebook zurück. Die Begründung dafür lag in der Ineffizienz der Werbeanzeigen. Das befeuert natürlich die Kritiker von Facebook, die dem Netzwerk ein wackliges Geschäftsmodell unterstellen.

Zahlen, Zahlen, Zahlen
Aber lassen wir doch mal ein paar Zahlen sprechen. Ich habe ein paar Studien, Umfragen und andere Zahlen zusammengetragen und möchte diese nun mal gegenüber stellen und interpretieren. Zunächst werde ich die Zahlen unkommentiert aufzählen und dann im Anschluss alle gemeinsam einordnen.

Zahl Nr. 1: CTR bei Facebook nur bei 0,051 Prozent

 
Diese Zahl stammt von Wordstream, einem US-Unternehmen für Suchmaschinenmarketing, und besagt, dass bei 100.000 Sichtkontakten (Page Impressions) einer Anzeige bei Facebook gerade einmal 51 Klicks auf diese Anzeige generiert werden.

Zahl Nr. 2: CTR bei Facebook steigt um 50 Prozent

 
Für eine Studie hat Marin Software weltweit circa 250 Milliarden Facebook-Impressions der letzten 12 Monate ausgewertet. Über die Online-Marketing-Management-Plattformen des Unternehmens betreiben circa 1.500 Kunden in mehr als 160 Ländern Kampagnen mit einem Gesamtwert von über 2,6 Milliarden Euro im Jahr.

Zahl Nr. 3: Anteil der Social Ads steigt auf 26 Prozent

 
Eine weitere Zahl der Studie von Marin Software sagt, dass der Anteil des Social Ad-Budgets am Gesamtbudget für Facebook-Werbung in den letzten 12 Monaten weltweit von 3 auf 26 Prozent gestiegen ist – bis Ende 2012 soll er bereits fast 50 Prozent ausmachen. Anfang 2011 hatte Facebook mit gesponserten Meldungen (Sponsored Stories) ein neues Werbeformat eingeführt, um die Relevanz und Wirksamkeit des Social Advertising zu verbessern. Anders als bei den so genannten Facebook Marketplace Ads, die herkömmlichen Werbebannern ähneln, werden in den Social Ads Äußerungen, Aktivitäten und „Gefällt mir“-Empfehlungen von Facebook-Freunden im Zusammenhang mit einer Marke angezeigt.

Zahl Nr. 4: 44 Prozent klicken nicht auf Facebook-Werbung

 
Laut einer Umfrage der in London ansässigen Agentur Greenlight gaben 44 Prozent an, „niemals“ auf eine gesponserte Werbeanzeige in Facebook zu klicken. Das Unternehmen hat in einer globalen Umfrage 500 Personen befragt, wie sie mit Online-Werbung, Suchmaschinen und sozialen Netzwerken umgehen. Gerade einmal drei Prozent der befragten Personen hätten angegeben, „regelmäßig“ auf Facebook-Werbung zu klicken, ganze 10 Prozent beantworteten die Frage mit „oft“.

Zahl Nr. 5: Facebook-Werbung wird um 41 Prozent teurer

 
Laut dem Global Facebook Advertising Report von TBG Digital (TBG) sind die durchschnittlichen TKP-Preise im 1. Quartal 2011 um 41 Prozent gestiegen. Die Studie basiert auf 372 Milliarden Werbeeinblendungen (Impressions) für 235 Kunden in mehr als 190 Ländern von 2011 bis zum ersten Quartal 2012. Außerdem ist der Cost-per-Click (CPC) bei Facebook auch im letzten Quartal in den fünf wichtigsten Ländern um 23 Prozent gestiegen.

Zahl Nr. 6: 200 Prozent Umsatzsteigerung dank FB-Werbung

 
In einer Fallstudie des BVDW konnte eine Umsatzsteigerung von 200 Prozent für den Fashion Trend-Shop Urbantrendsetter erzielt werden.

Auswertung der Zahlen
1. Mit einem gesunden Menschenverstand erkennt man sofort, dass die meisten dieser Zahlen nur Augenwischerei sind – denn relative Zahlen („44 Prozent mehr“ oder „23 Prozent weniger“) sind absolut uninteressant, wenn man nicht die absoluten Zahlen dazu kennt! Auch eine Umfrage ist absolute Theorie, da viele der Befragten sicher nicht mal wissen, ob das nun eine Werbung bei Facebook war, die sie angeklickt haben oder nicht. Dank der Social Ads verschwimmt die Grenze zwischen Werbung und Social Network sehr stark.

2. Je nach Umfeld und Anpassung der Werbung an dasselbige wirkt eine Werbung unterschiedlich. Das weiß man schon seit sehr langer Zeit und daran wird auch Facebook nichts ändern können. Soll heißen: Wer auf Facebook Werbung für Dinge macht, die dort nicht thematisiert werden oder seine Werbung nicht auf das Umfeld bei Facebook zuschneidet, der wird dort keinen Erfolg haben. Was genau der Grund für den Misserfolg von GM bei Facebook war, weiß man nicht, aber so wie die in den letzten Jahrzehnten gewirtschaftet haben, wundert mich nichts…

3. Werbung bei Facebook sollte in erster Linie Kundenbindungscharakter haben, denn dazu ist Facebook das optimale Tool. Als Unternehmen kann man direkten Kontakt zu Kunden und potentiellen Kunden aufnehmen und deren Bedürfnisse und Wünsche aufnehmen. Wer clever ist, nutzt seine Fan-Basis geschickt zur Optimierung seiner Produkte oder Dienstleistungen und gibt seinen Fans dafür immer mal wieder eine kleine Belohnung. Deshalb sollte man Werbung dort niemals mit Bannerwerbung auf anderen Webseiten oder irgendeiner anderen Werbeform vergleichen. Auch wenn bei den meisten Umfeldern im Internet nach dem Klickpreis (CPC) bezahlt wird – durch die hohen Seitenaufrufe (Page Impressions) bei Facebook werden die TKP-Preise verzerrt.

Fazit: Facebook ist ein schwieriges Umfeld für Werbung, doch mit viel Geschick kann man dort sehr gute Erfolge feiern und seine Marke/Produkte/Dienstleistungen bekannter machen und so langfristig mehr Umsatz machen. Man darf nur keine Wunder erwarten!

ps.: Bis vor einer Woche war ich im Urlaub in Dubai und seitdem sehe ich bei Facebook Werbung für verschiedene arabische Produkte und Einkaufsmalls. Ich weiß nicht, wieso das immer noch so ist, aber von Relevanz kann man dabei nicht sprechen. Als ich nach einem längerem China-Aufenthalt zurück kam, war es ähnlich und dauerte mehrere Wochen, bis ich keine chinesischen Anzeigen mehr zu sehen bekam. Hier hat Facebook definitiv noch Optimierungspotential.

Studie: Retargeting kann Image-Schaden verursachen

veröffentlicht am 12. März 2012, in Studien, von JMG

Retargeting Studie von xplosion interactive und Fittkau & Maaß Consulting

In den letzten Jahren wurde das Retargeting als neueste Waffe für Online-Shops gepriesen, mit dem die Umsätze deutlich gesteigert werden können. Unter Retargeting versteht man im allgemeinen das zielgerichtete Schalten von Werbebannern für einen Online-Shop auf anderen, meist redaktionellen Webseiten, nachdem der User diesen Online-Shop besucht hatte. Damit wird versucht, den Kunden wieder zurück zu locken und doch noch zu einem Kauf zu bringen. Die Idee dahinter: Wer sich sowieso schon im Shop diverse Produkte angeschaut hat, kann sehr leicht daran erinnert werden und somit wird weniger Werbebudget benötigt. Man könnte auch sagen, dass man dem Kunden, sobald er den Laden verlassen hat, an der nächste Ecke auflauert und darauf anspricht, ob er nicht doch bei mir einkaufen möchte…

Retargeting kann negativ auf das Image wirken
Das diese Art der Werbung nicht nur positive Effekte hat, zeigt eine neue Studie von xplosion interactive und Fittkau & Maaß Consulting, bei der 1.000 Internet-Nutzer befragt wurden, um herauszufinden, wie sie die aktuelle Werbung von Webshops wahrnehmen. Wichtigsten Ergebnis der Studie: Bereits nach drei Wiederholungen fühlt sich jeder Zweite gestört, wenn er nach dem Besuch eines Online-Shops auf verschiedenen (anderen) Webseiten immer wieder die gleiche Werbung des Online-Shops zu sehen bekam. Außerdem sagten 37 Prozent der Befragten aus, dass sie die Qualität eines Webshops aus der angezeigten Werbung ableiten. Immerhin 30 Prozent bilden sich aufgrund der Werbebanner ein Bild des Anbieters, inwieweit sie diesem vertrauen können.

Abwechslungsreiches Retargeting wirkt positiv
Doch im Gegensatz zur eintönigen, langweiligen Retargeting-Kampagne wurde abwechslungsreiches Retargeting positiv wahrgenommen. Fast jeder Zweite findet es grundsätzlich interessant, wenn ihm Werbung zu Produkten angezeigt wird, nach denen er zuvor gesucht hat. Daher sollte Retargeting behutsam eingesetzt werden, um die positive Wirkung nicht zu verschenken und durch zu viel Retargeting eine negative Wirkung der Bannerwerbung zu bewirken.

Retargeting wird von Internet-Nutzern positiv wahrgenommen wenn…

  • die Dosierung der angezeigten Werbemittel nicht zu hoch ist
  • nicht nur die angeklickten Produkte, sondern auch bereits gesuchte Produkte angezeigt werden
  • die Bannergestaltung abwechslungsreich und kreativ ist
  •  
    Die gesamte Studie gibt es hier zum Download.

    Die Wirkung von Video-Werbung in Apps

    veröffentlicht am 15. August 2011, in Video-Werbung, von JMG

    Apps für Smartphones und Tablet PCs sind seit einiger Zeit so stark am boomen, dass ein Rekord den anderen ablöst. Auch die Werbewirtschaft hat das natürlich mitbekommen und bietet diverse Werbemöglichkeiten für Apps an.

    Doch wie wirken Werbebanner und Werbevideos in Apps?

    Diese Frage wurde jetzt von SevenOne Media (ProSiebenSat.1 Group) zwischen Mai und Juni 2011 untersucht. Dazu wurde eine Kampagne des Sportartikel-Anbieters SportScheck, der in den Apps der ProSiebenSat.1 Group eine Sportbrille der Marke Alpina mit einem PreRoll Video-Ad bewarb.

    Zu den Apps gehörten ProSieben, Sat.1, sixx sowie die Apps zu den Formaten „Germany´s next Topmodel“ und „ran“. Die Befragung wurde dann direkt auf den mobilen Endgeräten durchgeführt.

    Video-Werbung erhöht nachweislich Bekanntheit
    Die Ergebnisse der Studie sind durchaus positiv: Jeder Zweite (50,5 Prozent) der 1576 befragten App-Nutzer mit Werbekontakt kennt die Sportbrille – bei der Kontrollgruppe ohne Werbekontakt ist die Bekanntheit knapp ein Drittel niedriger. Auch die Werbeerinnerung der mobilen Spots ist hoch: Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) App-Nutzer erinnert sich an die Video-Werbung.

    Etwa ein Drittel der Nutzer fanden die Werbung in der App akzeptabel (31,3 Prozent). Knapp 10 Prozent sehen sich die Werbung sogar gerne an.

    via Markenartikel-Magazin

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