Wirkung von absurder Werbung

veröffentlicht am 19. Mai 2014, in Allgemein, von JMG

Werbung erregt immer dann am meisten Aufmerksamkeit, wenn dem Betrachter etwas Neues oder Ungewöhnliches gezeigt wird. Bestes Beispiel hierfür sind die bekannten Werbeplakate von Bennetton aus den vergangenen 20 bis 30 Jahren, die teilweise mit schockierenden Motiven um die Ecke kamen.

Bizarre und absurde Werbung
Noch einen Schritt weiter geht so genannte „absurde Werbung“, die laut Wikipedia aus „nebeneinander gestellten Bildern, Wörtern und/oder Stimmen besteht, die von Betrachter als bizarr, irrational, unlogisch und durcheinander empfunden werden.“

Hier ein paar Beispiele für absurde Werbung:

In den gezeigten Bilder sind es die überdimensionierten Objekte, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Aber: Aufmerksamkeit ist nicht gleichbedeutend mit Wirkung!
Denn, was nützt es, wenn 50 Mio. Menschen meine Werbung gesehen haben, aber danach nur 0,0001 Prozent (also 50) meine Produkte oder Dienstleistungen kaufen?

Thematischer Bezug
Die Frage ist also, wie viel von dieser enormen Aufmerksamkeit man in echte Werbewirkung umwandeln kann. Grundsätzlich gilt, dass die Werbung einen starken Bezug zu dem Produkt haben sollte, so dass dieser Transfer sehr leicht hergestellt und beim Nutzer im Gehirn verankert werden kann. Ein recht gutes Beispiel ist der Epic Split von Volvo, der die Spurtreue und präzise Steuerung der Trucks demonstrieren soll.

Richtiger Kontext
Andererseits finden die meisten dieser Werbemaßnahmen weit weg vom Point of Sale statt (siehe Toastbrot auf dem Sportplatz) oder außerhalb des richtigen Kontextes (z.B. Reifen-Werbung während einer Fernsehsendung über Autos). Der erwähnte Volvo-Spot bestärkt sicherlich die Trucker, die bereits Volvo fahren und können nun gegnüber ihren Kollegen den Dicken raushängen lassen. Andererseits könnte genau dieser Gedanke beim nächsten Kauf zwischen 2 nahezu gleichewertigen Trucks die Entscheidung bringen. Demzufolge müsste dann der Epic Split bei jeder Probefahrt (= POS) demonstriert werden. 😉

Es besteht also immer die Gefahr, dass man eine verrückte Werbung produziert, die auch großen Anklang findet, aber effektlos verpufft. Daher sollte man manchmal nicht zu viel Kreativität ausleben, sondern diese möglichst gut zu kanalisieren.

Ps.: Bei Bored Panda findet ihr weitere absurde Werbemaßnahmen.

Was kann man mit 10.000 Euro Marketing-Budget machen?

veröffentlicht am 17. Juli 2013, in Allgemein, von JMG

In diesem Beitrag von onlinemarketing.de geben so genannte Experten Tipps, was man mit 10.000 Euro Budget machen kann (oder sollte), um ein neues fiktives Getränk zu vermarkten.

Wo sind die richtig abgefahrenen Ideen?
Meine Erwartung an diese Tipps, bevor ich den Artikel öffnete, waren Dinge wie die Jobausschreibung für den Wächter einer einsamen Insel (ihr erinnert euch sicher) oder ähnlich abgefahrene Dinge.

Budgetgrenze bleibt unbeachtet
Aber ich wurde auch in anderer Hinsicht enttäuscht, denn die von den „Experten“ erwähnten Tipps lassen sich allesamt nicht mit einem Budget von 10.000 Euro umsetzen! Selbst bei Schleuderpreisen bei Bannerwerbung oder extrem günstigen Agenturen lassen sich diese Ideen beim besten Willen so nicht umsetzen. Oder allenfalls für eine viel zu kurze Zeit, die dann aber keine wirkliche Wirkung hat (was nützen mir 1 Mio. AdImpression in einer Woche, wenn danach nichts mehr passiert?).

Meine Einschätzung und Ideen
Ich glaube aus meiner Erfahrung heraus, dass man mit 10.000 Euro schon einiges an Werbung für ein neues Produkt machen kann, auch wenn man damit natürlich nicht das neue Coca Cola oder Red Bull wird. Die Ideen von Tarek Müller fand ich noch am besten, wobei auch hier das Budget schon nach kurzer Zeit weg sein dürfte.

Also, was würde einem neuen Produkt so richtig einen Boost verschaffen?

 
Hier mal 3 kurze und einfache Ideen, was man damit machen könnte:

1. Virales Video
Wie wäre es mit EINEM richtig gut gemachten Video, dass über die üblichen Netzwerke gestreut wird. Nicht mehr und nicht weniger. Wobei das auch an sich noch keine abgefahrene Idee ist…

2. Virale Nachrichten + kleine POS-Aktion
Man könnte verschiedene Satire-/Verschwörungstheorie-Nachrichten über das vermeintlich nicht existierende Getränk verbreiten (meiner Meinung nach sind diese beiden Arten von Seiten momentan stark im Kommen) und dann in ausgewählten Bars oder Supermärkten eine Aktion durchführen (oder einfach nur das Getränk verkaufen), wodurch die vorherigen Nachrichten durch Nutzer verstärkt werden. Nach dem Motto: „diese Getränk gibt es wirklich“. Stellt euch vor, in Bielefeld wird diese Getränk gesichtet… 😉

3. Event + One-Pager
Um das Getränk z.B. als neues Geek-Getränk zu positionieren, reicht es vielleicht schon aus, ein Event mit kostenlosen Freigetränken zu versorgen. Dazu noch eine Mini-Website als One-Pager (sorry für die Buzzwords 😉 ) und fertig!

Je nach Zielgruppe muss man selbstverständlich die Events und Locations entsprechend aussuchen und die Aktionen im Detail ausarbeiten.

Im Prinzip sind das aber alles keine revolutionären Ideen. Diese kann man meiner Meinung nach erst so richtig angehen, wenn man eine bestimmte Vorstellung von der Zielgruppe hat.

Was würdet ihr mit 10.000 Euro Marketing-Budget machen?

Video-Tipp: Dokumentation über die Wirkung von Werbung

veröffentlicht am 27. Februar 2012, in Allgemein, von JMG

Video-Tipp: Dokumentation über die Wirkung von Werbung

Am vergangenen Samstagabend gab es bei VOX eine interessante Dokumentation über die Wirkung von Werbung. Dabei ging es zwar nicht spezifisch um Internetwerbung sondern „nur“ um allgemeine Werbung, aber die Erkenntnisse kann man sicher auch bis zu einem gewissen Grad auf Internetwerbung übertragen (mit Düften kann man über das Internet ja noch nicht so gut arbeiten). Die Dokumentation versucht den Konsumentencode zu knacken und erläutert auch die fünf ‚W‘ der Werbung: „Wer kauft warum wie viel wo und wann?“

Im ersten Teil der Dokumentation geht es hauptsächlich um die strategische Anordnung der Regale und Platzierung der Produkte im Supermarkt zur Förderung von Spontankäufen. Natürlich wird hier auch ein Ausflug in die GfK-Stadt Haßloch gemacht…

Im zweiten Teil der Dokumentation geht es dann mehr in Richtung Verpackungsdesign und Kundenbindung, wobei Tchibo als Beispiel dient. Außerdem sieht man dann auch einen Testkäufer mit einer Spezial-Brille einkaufen. Diese Brille erfasst immer den genauen Blickpunkt des Trägers und kann so wertvolle Informationen sammeln, wie lange Konsumenten ein Produkt betrachten, bevor sie über den Kauf entscheiden. Die so genannte Fixations-Dauer, also der Betrachtungszeitraum eines Produktes z.B., ist meist sehr gering und daher spielt die Verpackung oder auch der erste Eindruck eine besondere Rolle im Marketing.

Neuromarketing auf dem Vormarsch
Um Produkte auf Fixations-Punkte zu testen, kann man u.a. die iPhone-App Codes verwenden. Damit kann man herausfinden, welche Punkte oder Merkmale eines Produktes zuerst ins Auge fallen und daher einen entscheidenden Einfluss auf den Betrachter haben. Gegen Ende des zweiten Teils geht die Dokumentation auch auf Neuromarketing ein. Die Verbindung von Psychologischen Kenntnissen mit Marketing ist immer mehr im Kommen!

Weitere Infos zur Dokumentation gibt es bei VOX.

Mein Fazit
Insgesamt wiederholen sich viele Ausschnitte und Erkenntnisse in der Dokumentation, doch es werden viele Grundlegende Dinge des Marketing erläutert, was sie gerade für Anfänger (insbesondere BWL-Erstsemester) interessant macht. Aber auch Fortgeschrittener und erfahrene Internet-Marketing-Spezialisten können hierbei eventuell noch den einen oder anderen Trick lernen oder auf Internetwerbung übertragen…