Gute Bannerwerbung, schlechtes Umfeld

veröffentlicht am 21. Februar 2011, in Klassische Online-Werbung (Bannerwerbung), von JMG

Ich bin über Twitter auf diese interessante Seite gestoßen: bad-ad. Wie der Name vermuten lässt, geht es um schlechte Bannerwerbung im Internet. Davon gibt es sicherlich mehr als genug. Doch der Knackpunkt an den dort gezeigten Werbebannern ist nicht die eigentliche Qualität der Banner, sondern das redaktionelle Umfeld, in dem sie erscheinen. Und das passt eben oftmals überhaupt nicht!

Zwar kann man über Targeting eine Zielgruppe sehr gut ansprechen, aber in diesen Fällen tauchen die Werbebanner in markenschädigenden oder gar makaberen Themenumfeldern auf.

Schaden für Marke statt Imageverbesserung
Das krasseste Beispiel ist für mich diese Snickers-Werbung in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung über den Hunger in unserer Welt:

Bad Ad: Snickers - und der Hunger ist gegessen

Mittlerweile wurde jede Werbung aus dem direkten Umfeld des Artikels entfernt, lediglich der HockeyStick (bzw. Superbanner und Skyscraper) sind noch vorhanden.

Aber wie kann es überhaupt soweit kommen?
Diese Frage stellen sich sicherlich viele User und Surfer, die so im Internet unterwegs sind und die eine oder andere Bannerwerbung gesehen haben, die besser nicht in dem einen oder anderen Beitrag erschienen wäre.

So erscheint gute Bannerwerbung in einem schlechten Umfeld
Die Antwort ist oftmals sehr leicht: Die Anzeigen im Internet werden über einen so genannten AdServer ausgespielt, oftmals in Rotation. Das bedeutet, die Redaktion, die einen Artikel veröffentlicht, weiß überhaupt nicht, welche Werbung im Endeffekt dort erscheinen wird. Außerdem werden häufig mehrere verschiedene Banner in Rotation ausgeliefert, d.h. bei jedem Reload einer Seite erscheint ein anderer Banner. Das kann man so ziemlich auf allen großen Portalen wie GMX, Web.de, t-online oder auch Nachrichtenseiten wie Spiegel, Focus, Stern und anderen beobachten, vorausgesetzt man verwendet keinen AdBlocker.

Die Lösung
Insbesondere für Meldung, die von Krieg, Tod oder ähnlichem handeln, kann man spezielle Einstellungen vornehmen, so dass dort von vorne herein entweder keine oder neutrale Werbung läuft. Alle andere Fälle (wie die eines Deos) muss man jedoch mehr oder weniger „von Hand“ bearbeiten.

Eigenes Personal
Viel schwieriger ist die Erkennung solch unpassender Werbung: Redakteure achten meistens nur auf den Inhalt des Textes und die Kollegen von der Vermarktung bzw. aus dem Produktmarketing können nicht alle Artikel in Echtzeit überprüfen. Je nach Größe einer Seite würde sich aber auch eigenes Personal für diese Zwecke anbieten, die jeden neuen Artikel mittels RSS-Feed anschauen und alle theoretischen dort erscheinenden Banner überprüft.

Zum Glück sind solche unpassende Werbebanner im Internet aber noch selten, da die Masse der Inhalte unbedenklich ist.

Interaktive Bannerwerbung von Otto

veröffentlicht am 25. Januar 2011, in Klassische Online-Werbung (Bannerwerbung), von JMG

Gestern war auf der größten deutschen Internetseite eine gut umgesetzte interaktive Bannerwerbung von Otto im Form eines HockeySticks zusehen. Bei dieser konnte der User verschiedene Aktionen ausführen und mit den Figuren in der Werbung ein wenig spielen.

Schaut euch einfach mein Video an, dort seht ihr, wie die Werbung aussah:

Inwieweit diese interaktive Bannerwerbung zu mehr Klicks respektive Verkäufen für Otto geführt hat, ist (noch) nicht bekannt. Ich behaupte aber einfach mal, dass es zwar schön anzusehen war und der eine oder andere User die Marke Otto dadurch etwas positiver im Gedächtnis hat, aber die Verkaufszahlen kurzfristig nicht gesteigert werden konnten. Vielleicht war es aber auch gar nicht das Ziel… sondern eher eine langfristige Werbewirkung… aber wer weiß das schon!

Wird Paid Content überschätzt? (Foto: W&V)

Wird Paid Content überschätzt? (Foto: W&V)

Was man nicht alles in Online-Medien liest… Diesmal ist es ein Kurz-Interview der W&V mit Dimitrios Argirakos, dem Vorstandsvorsitzenden des Düsseldorfer Instituts für Außen- und Sicherheitspolitik. In dem Interview geht es um Medien, Internet und die allgemeine digitale Zukunft.

Die wichtigsten Aussagen des Herrn Argirakos sind diese hier:

Die „Digitalen Distribution“, genauer gesagt „die exklusive Hoheit über die Kundenbeziehung“, ist der Wertschöpfungsbereich mit dem größten Potential.

Flankiert wird diese erste wunderschöne Aussage im feinsten Marketing-/Beraterdeutsch mit schönen Phrasen wie „Getrieben wird der Trend durch die Marktreife digitaler Lesegeräte und die zunehmende Vernetzung der realen mit der digitalen Welt.“

Doch dann der absolute Höhepunkt des Interviews:

„Paid Content wird überschätzt“

Punkt.

Der promovierte Jurist scheint hier eine eindeutige und festgefahrene Meinung zum Thema Paid Content zu haben, die er pauschal vertritt. Quasi alternativlos.

Hat der gute Herr dabei bedacht, dass es tatsächlich verschiedene Arten und verschiedene Inhalte von Paid Content geben kann, die sehr wohl Potential haben?

Hiermit meine ich keine digitalen Güter wie Musik, Filme etc., sondern journalistische Inhalte, die z.B über Apps auf mobile Endgeräte geladen werden können (Tablet PCs, Smartphones, etc.).

Natürlich will kaum jemand für Inhalte bezahlen, die es anders wo umsonst gibt, aber das heißt doch nicht gleich, dass Paid Content nicht funktionieren kann. Das scheint mir etwas zu kurz gedacht…

Oder hat er sich am Ende nur zu pauschal ausgedrückt, ohne dies zu wollen?

Oder wollte er durch diese überspitzte Aussage sogar provozieren und sich damit ins Rampenlicht der Medien rücken (vielleicht war ihm das Interview ja zu wenig ;-))?

Wie es auch gewesen sein mag, ich hoffe, dass sich jeder selbst eine Meinung zur Zukunft der Vermarktung digitaler Güter macht und Aussagen wie die des Herrn Argirakos kritisch hinterfragt!

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